In diesem Jahr waren die Rennradler des Radteams Tharandter Wald erstmals nicht in Italien – stattdessen ging es nach Istrien in Kroatien. Gut 10 Stunden Fahrzeit mussten absolviert werden. Somit konnten wir unsere eigenen Räder mitnehmen und waren nicht auf Sportgeräte aus dem Vermietgeschäft angewiesen.

Istrien, eine Halbinsel im Norden Kroatiens, ist ein wunderschönes Gebiet, das von Radfahrern aus aller Welt besucht wird. Viele Hügel und Täler durchziehen die Landschaft. Damit bieten sich ideale Bedingungen für alle, die gerne Rennrad fahren. Es gibt zahlreiche Routen, die durch malerische Dörfer, Weinberge und Olivenhaine führen und gleichzeitig atemberaubende Ausblicke auf das Meer bieten.

Eine der bekanntesten Routen ist die Strecke von Poreč nach Vrsar. Sie führt entlang der Küste und bietet herrliche Aussichten auf die Adria und die Inseln vor der Küste. Die Route führt auch durch malerische Dörfer wie Funtana und Kringa, und hält für den ambitionierten Radler auch einige herausfordernde Anstiege bereit. Von Poreč in Richtung Norden fährt man nach Umag, ebenfalls fast immer am Meer entlang.

Eine weitere beliebte Strecke führt von Pazin nach Motovun. Diese Route führt durch eine atemberaubende Landschaft mit vielen Hügeln und Tälern. Motovun, eine mittelalterliche Stadt auf einem Hügel, ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Der Weg dorthin ist zwar anstrengend, aber die Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Weinberge waren es allemal wert. Ein nettes Café oder auch eine Schnapsbrennerei luden zum Verweilen ein. Doch wir blieben standhaft. Nach einer kurzen, dreiminütigen Pause ging es direkt weiter. Schließlich waren wir ja im Trainingslager!

Eine der längsten Touren war die Fahrt nach Pula. Diese Route führt ebenfalls entlang der Küste und bietet viele Sehenswürdigkeiten, darunter das Amphitheater in Pula und den Limski-Kanal, einen malerischen Fjord. Die Route ist zwar anspruchsvoll, aber die Belohnung sind atemberaubende Aussichten und unvergessliche Erlebnisse.

Zum Ende der Trainingswoche wartete die Königsetappe auf uns. Dazu wurde die Auffahrt zum Vojak auserkoren – der höchsten Erhebung Istriens. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Stopp in der nachweislich kleinsten Stadt der Welt – in Hum. Dann ging es in den wirklich schweren Anstieg. Auf insgesamt 12km Länge wollten 1.050 Höhenmeter bezwungen werden. Je höher wir kamen, desto winterlicher wurde es. Hier und da lag noch Schnee. Bei Nieselregen und kalten Temperaturen ging es schnell wieder hinunter, kaum dass man vor Kälte und Nässe die Bremse ziehen konnte. Alle freuten sich auf den nächsten Anstieg – da wurde man endlich wieder ein wenig warm. Die Bergflöhe waren irgendwann voraus, und die Gruppe zog sich auseinander. SchlieĂźlich erreichten wir eine Autobahnraststätte. Dort war es warm und trocken. Alle sammelten sich und konnten gemeinsam ins Ziel radeln. Es war ein sehr anstrengender, aber rundum gelungener Tag.

Istrien bietet viele Möglichkeiten zum Rennradfahren. Die Landschaft, das Klima und die Sehenswürdigkeiten machen es zu einem idealen Ziel für alle, die gerne auf dem Fahrrad unterwegs sind. Die Nebenstraßen sind verkehrsarm und von guter Qualität.

Mal sehen, was uns für das kommende Jahr so einfällt. Der Grundstein in Sachen Kondition und Fahrspaß für 2023 ist jedenfalls gelegt.

Sportliche GrĂĽĂźe von den Rennradlern des Radteams Tharandter Wald